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2020-01-23

2020-01-22

Smalltalk mit dem KI-Kollege

Sie heißen „Diana“, „Sophia“ oder „Alex“. Doch anders als ihre Namen vermuten lassen, sind sie alles andere als normal. Das vermeintlich „Unnormale“ ist dabei mehr und mehr zur Realität zu werden und zwar in Form von Robotern. Ein Einblick mit Weitblick.

"Da die durchschnittliche Verweildauer in einem Unternehmen seit Jahren kontinuierlich sinkt, sinkt damit auch der Wert der Erstausbildung. Denn mit jedem neuen Job, verändern sich auch die Anforderungen."

Sie heißen „Diana“, „Sophia“ oder „Alex“. Doch anders als ihre Namen vermuten lassen, sind sie alles andere als normal. Das vermeintlich „Unnormale“ ist dabei mehr und mehr zur Realität zu werden und zwar in Form von Robotern. Ein Einblick mit Weitblick.

Es ist keine fernes Zukunftsszenario mehr, dass wir schon morgen mit Robotern im Büro sitzen könnten. Vielmehr ist es eine realistische Perspektive, die bereits an Supermarktkassen, in der Produktion oder im Bankensektor Wirklichkeit geworden ist.

Blick ins Labor – und hinaus

Die Künstliche Intelligenz (KI) in Form von Automatisierung und Artificial Intelligence (AI) wird mit Nachdruck von Forschung und Wissenschaft weltweit vorangetrieben. War es früher „nur“ möglich, einfach wiederkehrende Verhaltensmuster anzuwenden, so sprechen Experten heute von dynamischem Lernen oder auch Distributed Learning. Maschinen tauschen damit untereinander in Echtzeit Informationen und lernen sich gegenseitig an. Nach Forschungen des Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DKFI) sowie des Fraunhofer Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) können Roboter durch gezielte KI-Methoden den semantischen Kontext des Umfelds, in dem sie sich befinden, ermitteln. Sogenannte „kognitive Roboter“ werden immer mehr in der Lage sein, Inhalte aufzunehmen und ihr Verhalten entsprechend auszurichten. Das führt zu Robotern, die lernen, dokumentieren und selbstständig handeln können. Wird also schon bald der Roboter zum Konkurrenten in der Arbeitswelt?

Auswirkung auf den Arbeitsmarkt

„Künstliche Intelligenz wird Berufe vernichten.“ „Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind massiv.“ „Was machen wir morgen?“ „Wird die Gesellschaft zerbrechen?“

Obwohl zahlreiche namhafte Zeitschriften und Magazine mit diesen Headlines Aufmerksamkeit erregen, sind Horrorszenarien nach den bisherigen Erkenntnissen schlicht übertrieben und Angst fehl am Platz. Richtig ist, dass Automatisierung und KI die Zukunft der Arbeit verändern werden. Aufgaben in praktisch allen Berufsgruppen sind davon betroffen. Die Auswirkungen werden breit, aber unterschiedlich sein. Entscheidend dabei ist der Grad der Automatisierung. Die dazu von der Unternehmensberatung McKinsey veröffentlichte Studie spricht von bis zu 30 Prozent der Arbeitnehmer, die weltweit ersetzt werden könnten.

Wahrscheinlich ist, dass der eigene Job künftig von einem Roboter gemacht werden könnte, darüber informiert die Website „Job Futuromat“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Das große ABER dabei: Die meisten Berufe sind nicht sehr anfällig für die Automatisierung. Nur Jobs, die mit weit über 70 Prozent ihrer Aufgaben potenziell automatisierbar sind, könnten ersetzt werden. Das betrifft primär die drei Branchen „Produktion“, „Lebensmittellogistik“ und „Transportwesen“. Am Fließband in der Automobilindustrie oder auch im Supermarkt an der Kasse werden bereits heute Roboter eingesetzt. Alle anderen der 19 Branchen sind, laut dem Brookings Institut, nur bedingt bis überhaupt nicht betroffen. Gerade Berufe im Management, der Wissenschaft, der Kunst oder dem sozialen Sektor zählen dazu.

Zudem bietet die digitale Entwicklung auch Chancen. Denn es entstehen zahlreiche neue Aufgaben wie im „Feel Good Management“ oder im „Big Data Management“, die es bisher noch nicht gab. Wer also frühzeitig an die eigene Weiterentwicklung denkt, für den kann dies eine ideale Ausgangsbasis für den Start in einen neuen Beruf sein.

Hand-in-Hand: Kollaboration statt Verweigerung

Die zunehmende Interaktionsfähigkeit sowie der steigende Autonomiegrad unserer neuen Kollegen führt immer mehr zu einer Zusammenarbeit zwischen Menschen und Maschinen. Die Auswirkungen strahlen dabei auf alle Unternehmensbereiche ab. So auch auf die Personalabteilung. Welche Kompetenzen werden künftig gebraucht? Und wie stelle ich meine Mitarbeiter darauf ein, dass diese künftig einen Roboter als Kollegen haben? Stichwort: „KI-Kompetenz“. Besonders der Bildung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn diese eröffnet neue Möglichkeiten, die eigene Arbeit der Zukunft aktiv mitzugestalten. Wobei die Reflexantwort „Bildung“, laut Franz Kühmayer, auch zu kurz greife. Kühmayer, der zu den Vordenkern der neuen Arbeitswelt gehört, gilt als gefragter Experte für das Thema „Zukunft der Arbeit“. Er unterscheidet zwischen zwei Arten der Bildung: der Aus- und der Weiterbildung.

Einfach Mensch-Sein

Da die durchschnittliche Verweildauer in einem Unternehmen seit Jahren kontinuierlich sinkt, sinkt damit auch der Wert der Erstausbildung. Denn mit jedem neuen Job, verändern sich auch die Anforderungen. Entscheidend ist also die kontinuierliche Weiterbildung während des Berufslebens. Dazu gehört auch das Erlernen der nötigen Kompetenzen des 21. Jahrhunderts. Diese sind beispielsweise: Kreativität, Kommunikation, reflexives Denken, Eigeninitiative. Denn das „Mensch-sein“ kann nicht automatisiert werden.  

Und auf eine solide Ausgangsbasis können wir alle vertrauen: Der Mensch ist von Natur aus, ein soziales, anpassungsfähiges Wesen – ausgestattet mit der Fähigkeit zu Kreativität und Optimismus. Und diese sind nicht ersetzbar! Besonders Optimismus lohnt sich beim Blick auf die zukünftige Arbeitswelt. Ein lebenslanges Lernen im Sinne der eigenen Weiterentwicklung – sozial wie kognitiv – wird immer ein Garant auf die aktive Teilhabe am Arbeitsleben sein. Auch wird sich unter anderem dadurch der Stellenwert der Arbeit auf ein gesunderes Maß neu definieren. Und wenn der Kollege Algorithmus künftig einen Teil der Arbeit mitmacht, dann bleibt mehr Zeit für das Leben außerhalb der Erwerbsarbeit und für das lebenslange Lernen … es gibt Neuland zu entdecken.  

Matthias Weber ist Inhaber des Beratungsunternehmens mwbsc GmbH mit dem Fokus auf „Unternehmenssoftware. Er ist Experte für die Bereiche Softwareentwicklung, Scrum, Projektmanagement und Enterprise Application Software (EAS). Bereits seit 2018 sind wir stolz darauf, mit Matthias Weber einen so erfahrenen Trainer für unsere Academy Bootcamps begeistern zu können.

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