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2020-03-26

2020-03-05

Power of Diversity

"Power of Diversity". Diesem (Lebens-) Motto hat sich Begonia Merayo verschrieben. Im Gespräch erklärt die zweifache Mutter, erfolgreiche Führungskraft und Gründerin des Karrierenetzwerkes “net4tec”, warum Frauen in IT-Berufen gezielte Förderung brauchen.

"Nutzt das Momentum, mehr Frauen in technischen Sektoren und dem Digital Business in Führungspositionen zu implementieren." - Begonia Merayo

"Power of Diversity". Diesem (Lebens-) Motto hat sich Begonia Merayo verschrieben. Im Gespräch erklärt die zweifache Mutter, erfolgreiche Führungskraft und Gründerin des Karrierenetzwerkes “net4tec”, warum Frauen in IT-Berufen gezielte Förderung brauchen.

Wie verstehst du den Begriff Diversität in Bezug auf die IT-Branche?

Diversität fängt mit der vielfältigen Zusammenstellung von Teams an. Damit starten traditionell monokulturelle Unternehmen eine disruptive Veränderung. In der IT-Branche ist das Motiv dabei oft die Bekämpfung des Fachkräftemangels und das sehe ich als große Chance für Frauen.

Hast Du deshalb vor zwei Jahren das Karrierenetzwerk “net4tec” für Frauen gegründet, welches die Vielfalt gezielt im Digital Business fördern will?

Ich habe lange überlegt, ob die Welt noch ein Netzwerk braucht. Das Projekt lag über einem Jahr in meiner Schublade. Als gebürtige Spanierin, Mutter, Generation X, Unternehmerin und Führungskraft in international tätigen Unternehmen kenne ich beide Seiten – die des Unternehmers und Mitarbeiters. Zudem habe ich immer wieder Frauen erlebt, die das Potenzial hätten, Großes beruflich (wie privat) zu erreichen, doch nicht gefördert wurden. Letztlich mussten sie sich immer entscheiden. Das finde ich furchtbar und zugleich liegt so viel Potenzial brach. Zumal es gerade im MINT-Bereich und Digital Business einen so hohen Bedarf gibt.

Wofür steht die Abkürzung “net4tec”?

… für “Netzwerk für Technik”. Dahinter verbirgt sich unser Fokus auf das technische und digitale Umfeld sowie die MINT-Berufe.

Brauchen Frauen mehr Unterstützung, um für ihre Rechte, Karrieren und finanzielle Entlohnung einzutreten?

Aus meiner Erfahrung sind Frauen oft die “Streber” in Schule und Studium. Dennoch machen die Männer häufiger Karriere. Warum? Viele Frauen glauben, dass eine Führungsrolle nur schwer erreichbar ist. Oft sind sie zu perfektionistisch und positionieren sich nicht ausreichend. Aber auch Unternehmen speziell im technischen und IT-Umfeld tun sich schwer, Frauen für sich zu gewinnen, sie zu halten, zu entwickeln und tatsächlich in allen Belangen gleich zu behandeln.

Warum ist dabei der Fokus auf Technologie und Digitalisierung aus deiner Sicht so wichtig?

Weil in diesem Bereich der größte Bedarf und auch das größte Potential liegen. Unternehmen in den technologischen Arbeitsfeldern und im digitalen Business sind eine Monokultur: „white, pale man“. Doch gerade in diesen Bereichen zählt „Power of Diversity“. Auch um international mithalten zu können. Um die Herausforderung der Digitalisierung zu meistern, brauchen Unternehmen vielseitige, agile Teams.

Du warst selbst jahrelang bei internationalen Unternehmen für das Marketing und den Vertrieb verantwortlich und hast dabei große multikulturelle Teams geleitet. Heute unterstützt du renommierte Firmen bei der Rekrutierung ihrer Mitarbeiter und Entwicklung deren Organisationen hinzu Innovation sowie Agilität. Wie beurteilst du vor diesem Hintergrund die Rolle der Frauen in der IT-Branche?

Die Chancen für Frauen waren nie so vielseitig wie heute. Denn die Digitalisierung stellt die Arbeitswelt auf den Kopf: Strukturen, Prozesse und Arbeitsplätze verändern sich. In den kommenden zwanzig Jahren wird nach Schätzungen von Oxford-Wissenschaftlern jeder zweite Job durch die Automatisierung verschwinden. Neue Jobs entstehen besonders in den MINT-Bereichen. Lebenslanges Lernen ist die neue Haltung. Die Technologie und digitalen Branchen sind damit eine perfekte Option für alle. Weil der Bereich so neu sowie dynamisch ist, lebt er von und durch Vielfalt.

Digitales Know-how ist aktuell sehr gefragt. Zudem verspricht die Branche eine lukrative Zukunft für Arbeitnehmer. Trotzdem sind Frauen in digitalen Bereichen nach wie vor Mangelware. Woran liegt das deiner Meinung nach und welchen Beitrag möchte “net4tec” diesbezüglich leisten?

Meiner Meinung nach liegt das an den fest verankerten Klischees und an unzureichenden Informationen über die MINT-Berufsbilder sowie Karrieremöglichkeiten. So ist beispielsweise der Irrglaube verbreitet, dass für eine Karriere im Tech-Bereich Programmierkenntnisse absolut notwendig sind. Obwohl dieser Bereich, wie viele andere MINT-Berufe, eine perfekte Branche für alle ist, da durch die digitale Transformation gerade alles in Dynamik ist und neue Strukturen entstehen. Mit “net4tec” bieten wir eine Bühne für Frauen und Männer, die als Role Model inspirieren und zeigen, wie Karrieren in Technologie und Digital Business möglich sind. Neben Trainings, Mentoring und Coachings, verfügen wir auch über Partnerschaften mit Unternehmen und verhelfen zu konkreten Jobangeboten.

Was wünschst du dir für die Rolle der Frauen in der IT?

Ich wünsche mir tatsächliche, pragmatische Veränderungen. Diversität bei Unternehmen soll für ein inklusives und wertschätzendes Arbeitsumfeld stehen, welches allen die gleichen Chancen bietet. Deswegen mein Appell an alle Unternehmen: Nutzt das Momentum, mehr Frauen in technischen Sektoren und dem Digital Business in Führungspositionen zu implementieren.

Zur Person Begonia Merayo:

● Mutter von zwei Kindern und überzeugte Entrepreneurin

● Gründerin & Managing Director des Beratungsunternehmens “Why Consult” und des Karrierenetzwerkes “net4tec” sowie Vorstand der “Working Moms”

● 20 Jahre Führungserfahrung im Top-Management internationaler Unternehmen im Bereich Business Development, Marketing & Sales

● 2017 Auszeichnung als Role-Model-Unternehmerin durch die IHK München und Oberbayern

● 2019 Auszeichnung Inspiring Fifty DACH Region

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