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2020-02-12

2020-02-11

Mit Strategie aus der Komfortzone

In einer zunehmend vernetzten Welt hat unser Leben rasant an Tempo zugelegt. Veränderung ist Teil des Alltags und muss immer schneller bewältigt werden. Wie dabei eine persönliche Kompetenzentwicklung erfolgreich gelingt, zeigen wir und geben Antworten auf die zwei entscheidenden Fragen.

"Das traditionelle Bildungssystem hält (bisher) nicht mit dem raschen technologischen Wandel Schritt."

In einer zunehmend vernetzten Welt hat unser Leben rasant an Tempo zugelegt. Veränderung ist Teil des Alltags und muss immer schneller bewältigt werden. Wie dabei eine persönliche Kompetenzentwicklung erfolgreich gelingt, zeigen wir und geben Antworten auf die zwei entscheidenden Fragen.

Jeder Mensch ist individuell. Jede Komfortzone auch. Doch gleich ist allen, dass ein persönliches Wachstum erst durch neue Erfahrungen und Herausforderungen möglich ist. Und die liegen außerhalb des Gebietes der Bequemlichkeit. Durch die Digitalisierung von Wirtschaft wie Gesellschaft, sind Strukturen und Prozesse beständig im Fluss. Konstant ist nur die Veränderung. Disruption durch New Work alltäglich. Agile Arbeitsmodelle wie Scrum bilden dies im beruflichen Kontext ab. Gleichzeitig sind neue fachliche Kompetenzen, unter anderem im Bereich der Softwareentwicklung und des Testens, am Markt gefragt. Die Berufsbilder und die daran gebundenen Anforderungen ändern sich permanent. Da heißt es am Ball bleiben. Allerdings sollte dabei die Veränderung nicht zur permanenten Überforderung führen. Denn das gefährdet den Erfolg und langfristig die Gesundheit. Es stellen sich damit zwei zentrale Fragen: Welche Veränderung wird angestrebt? Und wie kann entsprechend gehandelt werden?

Komfort mit Köpfchen

Das Konzept der Komfortzone hat seinen Ursprung in der Psychologie. Es stammt von den Psychologen Robert M. Yerkes und John D. Dodson. Sie prägten den Begriff der „optimalen Angst“. Dieser Zustand tritt ein, wenn die erste Hürde der Bequemlichkeit abgelegt wurde. Auf diesem Level findet eine Leistungssteigerung statt. Wir erfahren positiven Stress, der anspornt, motiviert und Freude bereitet. Und doch verharren viele in ihren Routinen, der größten Komfortzone. Warum fällt es so schwer, die Passivität abzulegen?

Die gute Nachricht: Komfort ist überlebenswichtig und gut! Wir alle benötigen eine Unmenge an Normalität, Gewohnheiten und Ritualen. Das sind Anker für die Seele und Energiesparer für den Kopf. Doch weniger Komfort kann lohnenswert sein – und glücklich machen.

Zudem liegen Ansatzpunkte für Veränderung und individuelles Wachstum außerhalb der Komfortzone. Die erste Hürde ist damit die der eigenen Bequemlichkeit. Erst wenn diese erfolgreich genommen wurde, ist eine nachhaltige Kompetenzentwicklung möglich. Um sich den Weg über Hürde zu Beginn leicht zu machen, kann ein Partner helfen. Das kann ein Freund oder ein Arbeitskollege sein. Gemeinsam lässt es sich leichter neue Wege gehen – und es macht mehr Spaß.

Mentale Barriere sprengen

Denn ja, die Komfortzone ist verlockend. Es droht keine Gefahr. Die Routine ist bekannt. Das Leben sicher. Warum? Weil nichts Neues passiert. Damit verzichten viele auf die Chance, sich weiterzuentwickeln und damit auf ein „Mehr“ an Leben. Warum schlagen viele dieses „Mehr“ dann aus? Die Antwort ist einfach: aus Angst. Ein Horrorszenario aus Überanstrengung und Scheitern gefolgt vom Verlust der sozialen Anerkennung entsteht. Solche Negativspiralen sind fest in vielen Köpfen verankert. Doch das ist falsch! Denn hinter der Komfortzone befindet sich die Wachstumszone und erst danach folgt die Panikzone. Menschen fühlen sich demnach erst blockiert, wenn der Schritt aus der Komfortzone zu groß ist. Aber hin und wieder einen Ausflug in den Wachstumsbereich zu unternehmen, bringt sogar gleich einen doppelten Effekt. Die Ängste verringern sich und wir entdecken Neues. Dabei kommt es auf den richtigen Moment und das richtige Maß an. Schritt für Schritt gilt es, die eigenen Grenzen zu erweitern.

Veränderung durch strategisches Lernen

Gerade die vorschreitende Digitalisierung in allen Bereichen bringt neue Möglichkeiten für die eigene Weiterentwicklung. Das traditionelle Bildungssystem hält (bisher) nicht mit dem raschen technologischen Wandel Schritt. Für den Einzelnen ist das eine große Chance. Denn neue und digitale Formen des Lernens sind zeitsparend, flexibel und unabhängig umsetzbar.

Die internationale Studie der Bertelsmann Stiftung macht dies zum Ausgangspunkt und zeigt  relevante Trends zum Thema Zukunft der Arbeit auf. Eine Veränderung, die vielen Menschen demnach bevorsteht, ist der Erwerb technologischen Basiswissens. Dazu treten sogenannte Meta-Kompetenzen, die das Führen in volatilen Märkten und ständig wechselnden Umfelder ermöglichen. Der steigende Qualifikationsbedarf ist die ideale Ausgangslage, jetzt die eigenen Kompetenzen weiterzuentwickeln.

3 Schritte zum Kompetenzaufbau:

1. Klare berufliche Veränderung planen (bspw. Erwerb einer neuen technologischen Fähigkeit)

2. Vergleich der derzeitigen Kenntnisse mit den erforderlichen & Suche nach Modellen/Anbietern für Wissensvermittlung (bspw. MOOCs „Massive Open Online Courses“, Peer-to-Peer-Lerngruppen oder externe Weiterbildungspartner wie Academy)

3. Drei unterschiedliche Maßnahmen zum Erwerb der neuen Kenntnisse umsetzen (bspw. Peer-to-Peer-Lernen am Arbeitsplatz als „Lunch&Learn“-Gruppe mit Kollegen, Belegung eines Online-Kurses oder Durchführung einer externen Weiterbildung)

Wichtig dabei ist, sich nicht permanent zu überfordern. Darauf legt auch Axel Koch, promovierter Diplom-Psychologe und Professor für Training & Coaching in München, wert. Sein aktuelles Buch „Change mich am Arsch“ wurde vom manager magazin unter die Top 20 Wirtschaftsbücher gewählt. In diesem plädiert er für das richtige Gleichgewicht zwischen Stabilität und Veränderung. Oder in anderen Worten: eine Balance zwischen Komfortzone und moderatem Lernen. Auch ein Abend auf der Couch hat damit seine Berechtigung und dank neuer Technologien sowie Plattformen, ist E-Learning auch bequem aus der horizontalen Lage heraus möglich.  

Es kann also ganz leicht sein, sich fit für die Zukunft zu machen. Etwas mehr Neugierde, Freude, Erfindungsgeist zu entdecken. Denn schon eine kleine Verschiebung des eigenen Blickwinkelns – und ein kleiner Schritt raus aus der Komfortzone – rückt das eigene Selbst in ein völlig neues Licht.

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