Lesen Sie mehr

2018-05-28

2018-05-28

Gamedesign als Academy-Abschlussprojekt

Als es an der Zeit war, das IT-System in Stefan Terdells früherem Job zu wechseln, sah Stefan ein, dass er fehl am Platz war. Er wollte seine Karriere wechseln und stattdessen der Programmierer werden, der den Systemwechsel durchführen kann.

Als es an der Zeit war, das IT-System in Stefan Terdells früherem Job zu wechseln, sah Stefan ein, dass er fehl am Platz war. Er wollte seine Karriere wechseln und stattdessen der Programmierer werden, der den Systemwechsel durchführen kann.

Stefan Terdell ist 29 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Öland. Heute wohnt er in Stockholm und hat jüngst das Examen des Frühjahrsprogramms in C#.NET gemacht. Vor Academy studierte er verschiedene Fachrichtungen an der Universität und arbeitete dann im Facility Management eines Personal- und Recruitment Unternehmens. Wir haben uns mit Stefan getroffen, um mehr von seinem brennenden Interesse für IT zu hören und dem Computerspiel, das er in nur zwei Wochen im Rahmen des Academy-Abschlussprojekts entwickelt hat.

 

Kannst du uns etwas darüber erzählen, wie dein Interesse für IT entstanden ist?

Ich habe schon mit 7 Jahren angefangen in einer Programmiersprache zu coden, die QuickBASIC hieß. Das war eine anfängerfreundliche Programmiersprache mit einfacher Syntax, wo viel Englisch benutzt wurde. Damit keimte mein lebenslanges Interesse für nicht nur IT, sondern auch Technik auf. Unabhängig davon, was ich studiert oder gearbeitet habe, ich hatte immer das Gefühl, dass das Logische und Kreative fehlte, was faktisch das Programmieren beinhaltet. Deshalb war ich bereit für einen Karrierewechsel!

 

Wie kam es, dass du gerade Academy ausgesucht hast?

Ich hatte keine Lust auf wieder eine traditionelle Ausbildung, weil das teils ein sehr langwieriger Prozess ist und weil es oft teure Bildungs-Darlehen beinhaltet. Da tauchte Academy wie ein Blitz aus heiterem Himmel in meinem Facebook-Feed auf. Ich wollte mir nur die Problemlösung aneignen und da fühlte sich C#.NET wie eine natürliche Wahl an. Schon in der ersten Woche fühlte ich, dass ich am rechten Platz war und konnte nicht fassen, warum ich all das nicht in den letzten 15 Jahren programmiert hatte; sie fühlten sich wie eine Zeitverschwendung an.

 

Als Abschlussprojekt der Ausbildung hast du dich entschieden, eigenhändig ein Spiel zu machen. Das fühlt sich sicher groß an für nur so kurze Zeit. Woher kam die Inspiration ausgerechnet ein Spiel zu machen?

Ich kann verstehen, dass es etwas überwältigend klingt, aber ich bin oft leidenschaftlich begeistert von etwas, womit ich mich eine Weile beschäftige. Eine typische Situation ist, wenn alle anderen Tischtennis in der Pause spielten und nur ich mich mit einem Laptop aufs Sofa gegenüber setzte und mir Vorlesungen auf YouTube ansah. Ich wollte mich selbst herausfordern und sehen, wie weit ich gehen konnte. Ich bin schon immer ein Nerd gewesen, wenn es um Computerspiele geht, und das Interesse kann man mit dem Programmieren kombinieren, wenn man will. Ich fand Videos auf YouTube von einem Spieleunternehmen, das Schritt für Schritt zeigt, wie es ein Spiel erstellt und daraus schöpfte ich viel Inspiration. Es gibt auch genug Vorlesungen, die technischer erklären, wie man vorgeht. Für mein Spiel benutzte ich eine Engine namens Unity. Das ist eine ziemlich anfängerfreundliche Engine– also dieses Programm, das u.a. hilft selbst die Grafik auf dem Bildschirm zu zeichnen – aber das brachte fortwährend eine Menge Arbeit mit sich in Form von Programmieren und Modellieren. Allein die Texturen brauchten mehrere Tage und ich machte die letzte Codierung ein paar Minuten vor der ersten Abschlussprojektpräsentation. Das war fantastisch und so die Mühe wert, als man die Reaktion der Leute sehen und hören konnte.

Was von all dem hast du während der eigentlichen Ausbildung gelernt?

Das ganze Programmieren habe ich während der Ausbildung gelernt. Unity ist nichts, was wir spezifisch während der Ausbildung durchgegangen wären, aber wir haben dafür die Spieleentwicklung konzeptuell behandelt. Wir hatten beispielsweise mit Jessica Engström eine fantastische Lehrerin, die UX/UI-Design lehrte. Ein Spiel ist wirklich 100% Nutzererlebnis. Da lernte ich einen guten Teil über Konzepte, z.B. eine deutliche Art Direction zu haben durch die Nutzung von Farbkarten und anderes. Dort ging es vor allem um Homepages oder Apps, aber man braucht dieselben Applikationsmethoden für Spiele. Das ist ein durchgehendes Thema in der Ausbildung, dass das, was wir behandelt haben, für vieles angewandt werden kann. Ich habe mich für Unity entschieden, weil man C# als Programmiersprache nutzt und obwohl wir in der Ausbildung vor allem Homepages gemacht haben, gibt es eine Menge Wissen, das man wieder gebrauchen kann.

 

Erzähl etwas über dein Spiel!

Ich habe einen sogenannten Third-Person-Action-RPG gemacht. Man spielt ein Mädchen, dem die Kamera rund um die Welt folgt. Das Spiel besteht aus drei Teilen, in dessen ersten Teil es darum geht, dass man versucht Rätsel zu lösen durch Umherziehen zwischen Parallelwelten. Der zweite Teil ist, dass man auf Gegner trifft, die einen fertig machen wollen. Man kann sich mit ihnen prügeln und durch verschiedene Kommandos angreifen und Schläge parieren. Der dritte Teil ist ein Labyrinth, das sich jedes Mal ändert, wenn das Spiel startet, und in dem Labyrinth trifft man auf verschieden Gegner. Das war eine große Herausforderung und ich durfte mich an unterschiedlichen Algorithmen ausprobieren. Hierbei hatte ich großen Nutzen von dem Lehrer Pontus Wittenmark, der ebenfalls Spiele liebt und sich in seiner Freizeit mit Spielentwicklung beschäftigt. Das ist etwas, das man wirklich den Lehrern bei Academy anmerkt, dass sie in der Branche gearbeitet haben und sich brennend dafür interessieren, was sie einem beibringen, was unheimlich wichtig ist.

 

Wirst du mit der Spielentwicklung weitermachen?

Ich mache weiter und bringe künftig einen Haufen Spiele heraus. Dieses Projekt war sehr intensiv, zwei Wochen sind eine kurze Zeit und viel davon ging für 3D-Modellierung drauf, worüber ich zuvor keine Vorkenntnisse besaß. Ich habe mich entschieden, den Code neu zu strukturieren und mitzunehmen, was ich gelernt habe und entweder neu anzufangen oder ein ganz neues Spiel zu erstellen.

 

Was kann man erwarten, wenn man zu Academy geht?

Das ist verdammt schwer zu beantworten. Ich bin vielleicht nicht gerade repräsentativ für die Erfahrung von allen, aber nur von meiner Perspektive aus betrachtet kann ich nur sagen: Lass alles stehen und liegen, kündige deinen aktuellen Job, und mach das – es ist fantastisch und eine lebensverändernde Reise. Anders lässt sich das nicht beschreiben. Es ist eine intensive Erfahrung, die auf vielerlei Art herausfordernd ist und ganz klar fühlt man sich manchmal hoffnungslos überfordert, wenn man nicht innehält und auf die vergangenen Tage zurückblickt. Dann sieht man erst ein, wie viel man gelernt hat und wie weit es noch geht. Nach drei Monaten kann man so unglaublich viel und weiß vor allen Dingen, wo man suchen muss, um noch mehr zu lernen. Das ist wirklich lebenslanges Lernen, was man vor sich hat, und ich fühle, dass Academy mir eine perfekte Grundlage gegeben hat, auf der ich dafür stehen kann!

 

Ein Gameplay-Video von Stefans Projekt findest du hier: https://youtu.be/OwZeEbjVJcw

Bist du genau wie Stefan interessiert an Technik oder IT und willst einen schnellen Karrierewechsel? Dann bewerbe dich für unser zweites IT-Programm! Die Bewerbung wird ab Anfang / Mitte Juni 2018 möglich sein: https://www.awacademy.de/open/alle-programme

No items found.
No items found.