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2017-06-22

2018-03-01

Academy und Tjejer Kodar im Coding-Bootcamp in Berlin

Berlin, 15.-18. Juni 2017. Der Regen peitscht gegen die Scheiben, aber was macht das schon, wenn man zusammen mit 40 hochmotivierten Kursteilnehmerinnen in einem Raum sitzt, die drei Tage lang alles rund um das Thema Web-Engineering lernen. Die Teilnehmer am Code-Camp mit unterschiedlichem Background und verschiedenen vorherigen beruflichen Erfahrungen haben eines gemeinsam: Sie sind Frauen und möchten programmieren lernen.

Am Anfang arbeitest Du ewig, und nichts passiert. Dann fügt sich plötzlich alles zusammen. Das macht das Programmieren so spannend!

Berlin, 15.-18. Juni 2017. Der Regen peitscht gegen die Scheiben, aber was macht das schon, wenn man zusammen mit 40 hochmotivierten Kursteilnehmerinnen in einem Raum sitzt, die drei Tage lang alles rund um das Thema Web-Engineering lernen. Die Teilnehmer am Code-Camp mit unterschiedlichem Background und verschiedenen vorherigen beruflichen Erfahrungen haben eines gemeinsam: Sie sind Frauen und möchten programmieren lernen.

Mit dabei im Camp sind drei Programmier-coaches, die ein Academy-Programm erfolgreich absolviert haben und jetzt in unterschiedlichen Unternehmen in verschiedenen Funktionen tätig sind. Wir fragen bei Sofia Unnerståle nach, die nach ihrem Abschluss in C#.NET an ihrem ersten Event teilgenommen hat.

Sofia, warum hast du am Camp teilgenommen und wie bringst du dich hier konkret ein?

Eigentlich war es ein Zufall. Ich finde aber, dass es eine tolle Initiative ist, zu der ich gern beitragen möchte. Ich helfe bei der Beantwortung von Fragen und der Lösung von Problemen, denn oft sehen vier Augen viel mehr als zwei. Meistens ist es einfacher, als man denkt, im Prinzip braucht man einfach nur einen PC – das war mir nicht klar, bevor ich Academy besuchte. Und das möchte ich den Frauen zeigen.

Was macht am Programmieren am meisten Spaß?

Ich finde es toll, dass man schnell Feedback erhält wenn man gute Arbeit geleistet hat. Etwas Großes kann in kleine Probleme gesplittet werden, auf die man Rückmeldung und laufende Bestätigung erhält. Das ist sehr befriedigend.

Heute fehlen der IT-Branche 55.000 Fachkräfte. Gleichzeitig ist der Frauenanteil in der IT-/Technikbranche vergleichsweise gering.

Sofia, was ist deiner Ansicht nach nötig, um den Frauenanteil in der IT-Branche zu erhöhen?

Ich glaube, dass solche Initiativen wie diese hier und Vorbilder wichtig sind. Man sollte das stereotypische Bild des Programmierers hinterfragen und zeigen, wie die Realität aussieht. Als ich jünger war, habe ich mich nicht für IT entschieden, sondern wählte die Biotechnik. Ich hoffe jedoch, dass es künftig für Frauen leichter wird, sich direkt für das Programmieren zu entscheiden. Man wird von Klischees doch mehr beeinflusst, wenn man jünger ist und diese Entscheidung treffen soll. Hier ist unsere Pflicht, Alternativen aufzuzeigen und mehr Frauen für die IT-Branche zu begeistern.

Wie erlebst du das Camp bisher?

Es ist wunderbar, inspirierend und unterhaltsam. Auch ich kann hier noch vieles lernen, vor allem lernt man viel voneinander. Wir haben ja alle einen unterschiedlichen Background und verschiedene Blickwinkel, die gleichsam interessant wie herausfordernd sind. Hier wird ein tolles Forum zum Austausch von Gedanken und Erfahrungen geboten. Ich bin ein absoluter Neuling in der Branche und es ist toll, wenn man sich weiter gegenseitig unterstützen und so dazu beitragen kann, dass mehr Frauen diesen Schritt wagen. Viele hier arbeiten ja nicht im Bereich Programmierung, ich hoffe aber, dass dies ein Anfang sein kann.

Ein wichtiger Grund für das Sponsoring solcher Initiativen wie Tjejer Kodar durch Academy ist, dass eine größere Zielgruppe die Möglichkeit bekommen soll, Programmieren und die IT-Branche im allgemeinen zu entdecken. Deshalb ist es besonders erfreulich, dass 40 Frauen mit uns am Camp teilnehmen und den ganzen Tag programmieren lernen. Zu den Teilnehmerinnen gehört auch Anna Klackenberg, mit der wir uns in einer (der wenigen!) Pausen beim Programmieren unterhalten haben.

‍Anna Klackenberg

Hallo Anna! Was machst du, wenn du gerade nicht am Programmiercamp teilnimmst?

Ich studiere Industriewirtschaft an der Technischen Hochschule Lund. Davor habe ich Chinesisch studiert und als Finanzassistentin gearbeitet, ich habe also einen sehr gemischten Background. 

Wie kam es dazu, dass du am Camp teilnimmst?

Durch mein Studium bin ich mit verschiedenen Bereichen der IT-Welt in Kontakt gekommen. Wir haben im Studium das Thema Programmieren gestreift, ich habe jedoch gemerkt, dass es sich dabei um eine eher akademische Herangehensweise handelt, und ich möchte mehr Kenntnisse aus der „echten Welt“ erwerben.  Ich war neugierig und wollte die Plattform Arduino ausprobieren. Das hat mich dazu gebracht, einen Eintageskurs bei Pink Programming zu belegen. An diesem Tag sprach ich mit vielen Teilnehmerinnen und mein Interesse wuchs. Ich hörte vom Tjejer Kodar-Programmierungscamp und beschloss, mich selbst herauszufordern – jetzt bin ich da und lerne HTML und CSS.

Für uns bei Academy ist es wichtig, Personen für das Programmieren zu begeistern und dazu beizutragen, dass mehr Frauen mit dem Coden anfangen. Was sollte unternommen werden, damit sich mehr Frauen im Bereich Programmierung orientieren?

Dabei fällt mir direkt die Gaming-Kultur ein. Über sie kommen viele Frauen in die Techniksparte und über das Gaming sollte das auch funktionieren. Außerdem glaube ich, dass viele Frauen meinen, dass man ALLES können muss, bevor man sich an eine Sache heranwagt, aber das ist wirklich nicht nötig. Man muss sich nur trauen! 

Welche Tipps würdest du jemandem geben, der das Programmieren ausprobieren möchte?

Einfach machen und den ersten Schritt tun! Auch wenn man nicht ALLES kann – denn das wird ohnehin nie der Fall sein –, zieht man aus dem Wenigen, das man beherrscht, direkten Nutzen. Und dann entsteht der Wille weiterzumachen! Außerdem kann ich nur allen die Recherche im Internet ans Herz legen. Hier gibt es Unmengen an Open-Source-Material sowie tolle Communities mit Menschen aus aller Welt, die ihre Hilfe anbieten.

Vielen Dank allen Beteiligten für ein wunderbares Programmier-Wochenende!

Möchten Sie am nächsten Event, das wir organisieren, teilnehmen? Informieren Sie sich auf unserer Homepage und in den sozialen Medien über die nächsten Termine.

Sofia Unnerståle
Johanna Björklund Tedenborg
Pauline Thornberg‍
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